Heute stellte das letzte und auch kleinste der fünf Networks sein Programm vor und versucht mit einer fast kompletten Programmwechsel-Taktik, die fehlenden Zuschauer zurückzuholen. Seit vor vier Jahren die Verschmelzung von The WB und UPN zu The CW umgesetzt wurde, mangelt es am selben Problem wie vor der Fusion beider Sender: Es fehlen schlicht und einfach die Zuschauer. So werden Formate über ihre eigentliche Lebensdauer hinaus verlängert und müssen mit Budgetkürzungen klarkommen, während die Fans all dies über ihre Lieblingsserien ergehen lassen müssen.

Viel neues hat das Network sowieso nicht zu bieten. So wurden gerade einmal die Serien Melrose Place und The Beautiful Life: TBL abgesetzt und durch zwei neue Serien kompensiert: Hellcats und Nikita. Außerdem im Programm wiederfinden werden sich die neuen Reality-Shows Plain Jane und Shedding for the Wedding.

Verlängert hat die umstrittene Senderchefin Dawn Ostroff 90210, Gossip Girl, Life Unexpected, One Tree Hill, Smallville, Supernatural und The Vampire Diaries – vornehmlich also ProSieben-Serien.

Das The CW-Programmschema im Detail:

thecw10-11

Ob der Sender wirklich so zum gewünschten Erfolg gelangen wird? Es ist schon erstaunlich, dass Senderchefin Ostroff noch an ihrem Schreibtisch sitzt. Die Zahlen sprechen eigentlich ein ganz anderes Bild und schaut man sich das Programmschema einmal an, so sendet The CW ein landesweites Programm nur noch Montags bis Freitags zwischen 20:00 und 22:00 Uhr. Viele in der Branche erwarten allein dadurch schon den schleichenden Untergang des Networks. Seien wir also gespannt, ob Ostroff & Co das Ruder noch einmal rumreißen können, oder ob wir uns in ein paar Jahren vom kleinsten der fünf Networks verabschieden müssen.

Noch vor dem Eurovision Songcontest nächstes Wochenende in Oslo vereinbarten die ARD, ProSieben sowie Stefan Raab eine weitere Zusammenarbeit für das kommende Jahr und macht somit klar, dass eine Kooperation nicht vom Erfolg von Lena abhängig ist.

Raab selbst kommentierte dies so: “Endlich mal eine Koalition, die hält, was sie verspricht. Ein kleiner Schritt für die beiden Sender, aber ein großer für Deutschland”. Auch German Free-TV Chef und momentaner Sat.1-Geschäftsführer Andreas Bartl fand zur erneuten Zusammenarbeit warme Worte: “Never Change a Winning Team. Gemeinsam werden Stefan Raab, ProSieben und Das Erste auch 2011 beweisen, dass man mit Qualität Menschen begeistern kann.”

Unser Star für Oslo lief zuerst auf ProSieben bis die ARD im Viertelfinale sowie im Finale selbst dazustoß. Erst zum Ende hin stiegen die Quoten an und führten letztendlich die außergewöhnliche Castingshow zum Erfolg. Durch die alleinige Konzentrierung auf den Gesangswettbewerb und das herauslassen persönlicher Hintergründe der einzelnen Teilnehmern wurde der Show von Anfang an ein Alleinstellungsmerkmal verpasst. Auch unter Kritikern und den ARD-Gremien wurde Stefan Raabs Musikshow mit Lob überhäuft.

Es hätte auch verwundert, wenn uns diese Meldung in den kommenden Wochen nicht erreicht hätte. Sat.1 verlängert seine beiden Erfolgsserien Der letzte Bulle und Danni Lowinski um eine zweite Staffel mit jeweils 13 Episoden – und die Einschaltquoten geben dem Bällchensender recht. So erreichte der Bulle erst am Montag in der werberelevanten Zielgruppe einen neuen Bestwert: 14,3 Prozent. Ebenso stark sieht es bei der um 21:15 Uhr startende Danni Lowinski aus. Mit 15,7 Prozent lag man mehrere Prozentpunkte über den Senderschnitt.

Die Sat.1-Entscheidung ist nachzuvollziehen und für die Produzentenlandschaft in Deutschland ein wahrer Grund zum Feiern; wurden doch deutsche Serienproduktionen in den letzten Jahren eine Rarität unter deutschen Privatsendern. Der Münchner Sender unterbricht die aktuell laufende Staffel jedoch kurz vor der Fussball-WM und strahlt erst danach die fünf verbliebenen Episoden aus. Wie Sat.1 den Montagabend bis zu den neuen Folgen der beiden Serien gestalten wird, ist noch nicht ganz klar. Ich denke aber, dass der Bällchensender auf Spielfilme setzen wird. Weitere Serien hat man jedenfalls – noch – nicht in petto.

Network Nr. 4 ist an der Reihe und überrascht mit seinen Programmentscheidungen die Medienlandschaft. Viele durchschnittliche Serien mussten weichen, um das Programm von CBS  zu verjüngern. Die Hitserien NCIS und CSI samt Spin-Offs laufen zwar erfolgreich, bei den 14-49 Jährigen haderts dann aber schon ein wenig und die Erfolgsprogramme haben letztendlich auch schon einige Jahre auf dem Buckel. CBS setzt auf Neues, bleibt jedoch den Genres treu. So gibt es ein Criminal Minds Spin-Off, ein Reboot sowie weitere Anwalts- und Polizeiserien. Ob das den gewünschten Erfolg verspricht? Warten wir’s ab.

Wie anfangs bereits erwähnt, überraschte das Network mit seiner Absetzungsliste. Darunter fallen bekannte Formate wie Cold Case, Numb3rs sowie Ghost Whisperer. Allein stehen sie aber nicht da. Außerdem fallen weg: Accidentally on Purpose, Gary Unmarried, Miami Medical, The New Adventure of Old Christine und Three Rivers.

Neue Serien heißen wie folgt: Bleep My Dad Says, Blue Bloods (mit Tom Selleck), The Defender, Hawaii Five-O, Mike and Molly und das Criminal Minds Spin-Off.

Altbewehrtes wird CBS ebenso mit neuen Staffeln an den Markt bringen. Freuen können wir uns wieder auf das komplette CSI-Franchise, NCIS: Los Angeles + Mutterserie, Criminal Minds, Medium, Rules Of Engagement, The Big Bang Theory, The Good Wife, The Mentalist und Two And A Half Men. Dazu gesellen sich noch die Reality-Shows The Amazing Race, Survivor und Undercover Boss sowie das Magazin 60 Minutes.

Im Programm werden wir die Formate wie folgt wiederfinden:

cbs10-11

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