Es ist ein Wirtschaftskrimi, der sich seit 2008 zwischen hiesigen Behörden und kino.to abspielt und ein klarer Sieger steht noch lange nicht fest. Die deutschen Fahnder hetzen von Amsterdam nach Dublin, von Düsseldorf nach Russland und dann weiter nach Spanien – erfolglos. Die Betreiber des Streaming-Portals sind meist schon über alle Berge oder die nötige Hilfe durch Google sowie Russlands Regierung bleiben verwehrt. Man könnte die Story als Grundlage für einen Kinofilm verwenden, ein spannendes Spiel zwischen Behörden und den Betreibern und es wäre pure Ironie, wenn man den Streifen zuerst bei kino.to wiederfinden würde.
Aktuell verfolgen die Ermittler der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen und der Polizei zwei vermeintlich heiße Spuren, die zur Verhaftung der offenbar deutschen Hintermänner führen sollen. Deren illegales Portfolio soll laut Schätzungen mittlerweile mehr als 12000 Filme, 10000 Serienfolgen und 5000 Dokumentationen beinhalten die rund um die Uhr abgerufen werden können – völlig kostenfrei. Und während sie auf ihrer Seite mit Abzock-Abos und Werbung jährlich etwa 3,5 Millionen Euro ergaunern, klagt die Filmindustrie über den so entstehenden Schaden, der sich im mittleren, dreistelligen Millionenbereich befinden soll. Also wird fleißig weiter Jagd auf die Kriminellen gemacht.
Die Frage, die sich mir stellt ist simpel: Hat dieses Katz- & Maus-Spiel ein Happy-End? Ich befürworte keineswegs, dass Filme auf hiesigen Portalen kostenlos und somit illegal zum Download angeboten werden und ebensowenig befürworte ich die Abzock-Masche der Betreiber. Aber seien wir mal ehrlich: Die Film-Industrie ist selbst verantwortlich für diese Misere. Da werden Rekordeinnahmen bei Filmen wie Avatar erwirtschaftet und Gagen im hohen zweistelligen Millionenbereich ausgehandelt, während man sich gleichzeitig über den Schaden durch die Piraterie in der Öffentlichkeit ausheult. Irgendwie beißen sich diese zwei Bereiche vollkommend. Anstatt sich als Opfer hinzustellen könnten doch die Industrie und die Konsumenten sich an einen Tisch setzen und Lösungen ausarbeiten – aber würde dies nicht vielleicht Rekordeinnahmen und Gagen vermindern? Wer weiß, wer weiß…
Das Online-Portal der Wirtschaftswoche erzählt in seinem Beitrag Erfolglose Jagd auf die deutschen Raubkopierkönige die ganze Story über den Catch Me If You Can-Krimi.