Gestern Abend um 20:15 Uhr startete auf ProSieben Stefan Raabs neuestes Produkt aus seiner Formatschmiede: Unser Star für Oslo 2010. Produziert wird das Format live im Brainpool-Gebäude in der Schanzenstraße 22 in Köln-Mülheim. Das Schlag den Raab-Studio wurde für die Kooperation zwischen der ARD & ProSieben unglaublich gut umfunktioniert und bietet dabei Platz für 1000 Menschen, die sich das Spektakel vor Ort anschauen wollen. Die Kartenpreise belaufen sich auf vertretbare 18,00 €.
Zur inhaltlichen Ausrichtung der Castingshow muss gesagt sein, dass Raab einen krassen Gegensatz zu Deutschland sucht den Superstar & Co bietet. Das Privatleben der Teilnehmer wird außen vor gelassen und Schicksalsschläge gar nicht erst beleuchtet und dies ist überraschend erfrischend. Durch die Konzentration auf die Musik sind Stefan Raabs Castingshows einzigartig im deutschen Fernsehen. Die Jury beurteilt fachlich auf einem hohen Niveau, bietet dabei aber für Laien keinen großen Spielraum für Eigeninterpretationen. Auch wurde gestern Abend zu oft erwähnt, dass man bei Unser Star für Oslo 2010 alles anders machen will, als man es von RTL und ProSieben sonst gewohnt ist. Hier wird es in den nächsten Wochen spannend, wie die wechselnde Jury ihre Kritik inhaltich optimieren kann.
Die Moderation läd zur Diskussion ein: Matthias Opdenhövel bewies wie immer unglaubliche Stärke in seinen Live-Moderationen und übermittelt das Gefühl, dass ihm keine Situation zu schwierig erscheint (was ihn zu einem der fähigsten Moderatoren unserer Zeit macht). Hingegen sieht es beim weiblichen Part von der ARD etwas anders aus. Sabine Heinrichs, die sonst im Radio zu hören ist, erlebte gestern ihren ersten großen TV-Auftritt und man konnte spüren, wie unsicher sie sich noch durch das Studio bewegt. Auch ihre Blicke sprachen Bände und man kann nur hoffen, dass sich Heinrichs nicht zum Totalausfall entwickelt, sondern an ihren Schwächen arbeitet.
Die Auftritte der Kontrahenten verlief ohne großes Primborium drumherum und das ist einerseits positiv sowie negativ zu sehen. Denn eine große Show wird beim Eurovision Song Contest wichtig sein, um überhaupt Punkte nach Deutschland zu holen. Einen Langweiler auf der Bühne braucht niemand. Dagegenhalten muss man jedoch, dass mit Max Mutzke ein Raab-Schützling vor einigen Jahren unter die Top 8 kam, ohne eine große Show auf die Beine gestellt zu haben.
Alles in allem eine gelungene Castingshow, die sich mit einem Marktanteil von 16,5 % in der Zielgruppe am gestrigen Abend behaupten konnte. Ein Ausbau der Reichweiten sollte aber dann doch noch drin sein. Im übrigen kam im Anschluss an Unser Star für Oslo 2010 eine Live-Ausgabe von TV total und durch diesen Umstand konnten wir Stefan Raab hinter den Kulissen folgen, was für weitere Sternstunden im deutschen Fernsehen sorgte.
Ich mag das Format. Endlich mal wieder abseits des ganzen Castingsumpfer mit untelentierten und eingebildeten Kindern ein Sendung mit echten Stars von morgen. Vielleicht werden nicht alle auf dauer bekannt bleiben und auch bestimmt nicht berühmt werden. Aber wenigstens hat man durchweg gute Künstler gefunden. Vorallem Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und nicht nach einem Rauswurf in Tränen aufgelöst weinen: “Aber es war doch mein größter Traum und mein einzigster Wunsch!!”
Charaktere eben!
Und was mir auch gefällt: Endlich wieder eine kompetente Jury, die außer “Ey das war megascheisse” oder “du bistn Checker” auch mal konstruktive Kritik und Ahnung hat.
Gruß
Wolf
Hallo
die show war gestern schon ganz ok im gegensatz zu anderen casting formaten war es eine wohltat für die augen einfach mal normale menschen zu sehen und keine heulenden kleine kinder. Allerdings fand ich das moderatoren doppel nicht so gelungen. Matthias Opdenhövel macht seine sache wie immer sehr gut und ich mag seine falchen sprüche zwischendurch sehr gerne und bringen mich oft zum schmunzeln, das kann man aber von seiner abreitskollegin nicht sagen. ich fand das sie furchtbar künstlich rüberkam und man konnte ihre unsicherheits sehen, spüren und schon fast riechen. mal sehen ob sie ihren nächsten job besser macht, das erste mal ist imemr schwierig.
gruss