Es war gegen kurz nach halb 6, als ich in das Brainpool-Gebäude in der Schanzenstraße 22 in Köln-Mülheim eintraf und mir erste Einblicke über das Arbeiten beim Fernsehen gewährt wurden. Heute war jedoch nicht irgendein Tag, sondern Samstag, der 23. Mai 2009. Heute sollte „Schlag den Raab“-Kandidat Nino Haase sagenhafte 3 Millionen € abstauben. Dazu aber später mehr.

Gegenüber der Schanzenstraße 22 waren schon die Außenaufbauten zu sehen, die für einige Spiele in der Show genutzt wurden. Im Gebäude selbst ging es dann an den Ticketschalter. Mit der Rechnung in der Hand stellte ich mich an die Warteschlange „Namen von A-M“ und war relativ schnell an der Reihe. Jetzt hieß es Personalausweise bereithalten. Nach einem kurzen Blick des zuständigen Mitarbeiters, gab dieser mir vier Ticket-Formulare, die auszufüllen waren. Neben Name, Anschrift und Geburtsdatum, wollte man noch Hobbys und E-Mail Adresse erfahren. Auf der Rückseite musste ich dann noch die Bestätigung geben, dass Brainpool und ProSieben mich filmen dürfen und gegebenenfalls damit machen können, was sie wollen.

Dann ging’s zum nächsten Mitarbeiter, der mir orange Tickets in die Hand drückte. Anschließend verfrachtete ich mein mitgebrachtes Zeug in die Garderobe. Digitalkameras, Handys, Jacken und Handtaschen kann man getrost abgeben. Überhaupt einen Versuch zu wagen, das Zeug mit ins Studio zu nehmen ist es gar nicht erst Wert. Jetzt hieß es warten im Foyer. Um sieben Uhr sollten wir ins Studio eingelassen werden. Im Foyer selbst war ein kleiner Merchandising-Shop aufgebaut und dazu konnte man sich an einem Stand Subway-Baguettes, Erfrischungsgetränke sowie Muffins kaufen. Vor dem Studioeingang warteten mit zunehmender Wartezeit immer mehr Gäste, die Fluchtwege versperrten und auch so einfach nur im Weg standen. Nach einer Durchsage, dass das Warten am Studioeingang sinnlos sei, änderte sich die Situation nur geringfügig.

Es war kurz nach Sieben, als die roten Tickets aufgerufen wurden, an den Studioeingang zu kommen. Zuschauer mit andersfarbigen Tickets ignorierten die Ansage und stürmten gleich mit vor. Ich stellte fest, dass mein orangenes Ticket bei Brainpool und Mediabolo wohl als rot interpretiert wurde und kam somit als einer der ersten ins Studio an. Ich saß aus Kamerasicht rechts neben der Showtreppe. Während die anderen Zuschauer so langsam in das Studio hineingelassen wurden, durften wir uns mit ehemaligen Musikauftritten bei „Schlag den Raab“ auseinander setzen. Das „Schlag den Raab“-Team, welches immens viele Mitarbeiter aufwies und zudem auch viele junge Mitarbeiter beschäftigt, bereitete noch einiges vor. Zuletzt kam auch noch einmal die Putzfrau vorbei und wischte noch ein wenig durchs Studio.

Es muss so gegen viertel vor bis zehn vor acht gewesen sein, als der Warm-Upper die Showtreppe hinunterkam und wir übten, vor Freude auszurasten. Auch sollten wir am Ende der Show „Standing Ovations“ geben – egal, wer gewinnt. Das Warm-Up war nichts besonderes, da die ganze Situation für mich aber neu war, nahm ich das gerne in Kauf. Kurz darauf moderierte er Matthias Opdenhövel an. Dieser begrüßte uns vor der Show gut gelaunt und suchte für ein Spiel zehn Zuschauer aus. Einige lehnten dankend ab, andere konnten die Arme gar nicht erst hochgenug strecken. Opdenhövel verschwand daraufhin wieder hinter die Bühne, der Warm-Upper kam zurück und wir probten noch einmal den tosenden Beifall. Nun ging er hinter die Bühne, um mit uns das ganze ein weiteres Mal zu proben. Er moderierte Stefan Raab an und genau dieser kam zu uns auf die Bühne. Er erklärte uns, dass wir den tosenden Beifall immer auf den Kandidaten richten und das Hineinrufen der Fairness halber lassen sollten. Dann bekamen wir noch Komplimente vom Show-Giganten. Wir wären das bestaussehende Publikum, welches jemals hier gesessen hätte. Raab verschwand ebenso wie Opdenhövel wieder hinter die Kulissen und der Warm-Upper kam erneut zum Vorschein. Kurz darauf die Ansage aus der Regie: „Noch eine Minute!“ Es sollte also gleich losgehen. „Noch dreißig Sekunden!“ Wir fieberten alle dem Start der Show entgegen. Ich hatte das Gefühl, dass wir leicht früher als im Fernsehen anfingen. Knappe zwei Minuten um genau zu sein. „Noch zehn Sekunden!“ Wir fingen alle an zu klatschen und kurz darauf ging es los.

Nachdem nun Matthias Opdenhövel die stolze Gewinnsumme in Form von Geldkoffern aufgestellt hatte, moderierte er Stefan Raab an. Bevor dieser jedoch die Treppen hinunter kam, gab es noch eine MAZ über besagten Mann. Während der MAZ kam eine Mitarbeiterin und brachte Matthias Opdenhövel etwas zu trinken. Auch putzte er seine Brille mit einem Tuch, welches er danach wieder ins Jackett stopfte.

Stefan Raab und wir Zuschauer bekamen nun die zur Wahl stehenden fünf Kandidaten vorgestellt. Während die einzelnen Beiträge liefen, schaute sich Stefan diese den Großteil über an, Matthias trank in der Zeit immer etwas Wasser.

Als kurz vor der Werbung die Einblendung für die Telefonnummern der Kandidaten kam, bekam Matthias Opdenhövel das zu gewinnende Handy in die Hand gedrückt. Als es dann in die Werbung ging, verschwanden Stefan Raab und Matthias Opdenhövel hinter die Kulissen. Wir bekamen einen „Raab in Gefahr“-Clip zu Gesicht und die Kandidaten blieben oben stehen und unterhielten sich miteinander. Außerdem bekamen sie von Team-Mitgliedern etwas zu trinken.

Kurz vor dem Ende der Pause kamen Matthias und Stefan nun wieder ins Studio. „Noch zehn Sekunden!“ – der Warm-Upper animierte uns wieder zum Klatschen. So ging das dann in sämtlichen Werbepausen. In der vorletzten Pause bekamen wir dann noch etwas zu trinken – dasselbe wie Stefan und Co in sich schütteten. Während der letzten Werbeunterbrechung kam Elton ins Studio, um sich den Billard-Tisch samt Kugeln genauer anzuschauen. Außerdem redete er noch mit dem Billard-Experten.

Und sonst? Während den Außenspielen wurden Vorbereitungen für den Musikact getroffen. Übrigens half ein Mitglied der „Sportfreunde Stiller“ einem Mädel samt Musikinstrument von der Holzbühne herunter. Nachdem die Show zu Ende war, bedankte sich Stefan Raab noch einmal beim Publikum, Elton kam mit einer Bierflasche für Nino zurück und wir wurden aus dem Studio gelassen.

  1. Tanja

    Ach wie krass!! Stimmt ja hast ja mal gesagt dass du zum Raab gehst, hab die Sendung auch gesehen aber wußte garnet das DU dabei warst (hab dich auch net gesehn) Razz
    Is ja echt interessant zu lesen wie das so abging!
    Grin

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  2. [...] war mein zweiter Besuch im Brainpool-Gebäude in der Schanzenstraße 22 in Köln-Mülheim. Bereits vergangenen Mai saß ich im Publikum in der wohl momentan spannendsten Samstagabend-Show im deutschen Fernsehen. [...]

  3. [...] so genau. Meine persönlichen Höhepunkte in diesem Jahr? Die beiden Besuche bei Schlag den Raab (Mai & Dezember) in Köln sowie das erfolgreiche umsetzen meines Vorsatzes im scheidende Jahr Und [...]

  4. [...] auch meine ersten beide Erfahrungsberichte: Vor Ort bei Schlag den Raab Vor Ort bei Schlag den Raab [...]

  5. Stephan

    cooler beitrag Smile

    … besonders folgende stelle:

    “Auch putzte er seine Brille mit einem Tuch, welches er danach wieder ins Jackett stopfte.” Grin

    weiter so, nette page

    AntwortenAntworten
  6. Es sind zwar recht banale Dinge, die der Fernsehzuschauer nicht zu sehen bekommt, aber solche Randnotizen müssen auch einfach der breiten Masse zugänglich gemacht werden Smile

    AntwortenAntworten
  7. [...] bisher veröffentlichten Artikel im Überblick: 23.05.2009: Vor Ort bei Schlag den Raab 19.12.2009: Vor Ort bei Schlag den Raab II 10.04.2010: Vor Ort bei Schlag den Raab [...]

  8. [...] auch die ersten drei Erfahrungsberichte: Vor Ort bei Schlag den Raab Vor Ort bei Schlag den Raab II Vor Ort bei Schlag den Raab [...]

  9. Robert

    Hm, hattest du keine Lust mehr zu schreiben?
    Wie ist es denn, so viele Stunden da rumzusitzen? Ist doch sicher anstrengend, dauert ja gern mal 5 Stunden. Kann man zwischendurch raus? Wie läuft das ab?

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  10. Lust an den “Vor Ort”-Berichten habe ich immer, aber ich vergesse dann doch hin und wieder einzelne Details. Es ist nicht das bequemste fünf Stunden auf Plastikstühlen zu sitzen. Deswegen stehen die meisten Zuschauer in den Pausen auch kurz auf. Die unteren Reihen laufen auch gerne mal einen Meter auf die Bühne selbst, aber das macht dann auch nichts. Es läuft alles sehr gesittet ab.

    Ansonsten kannst du schnell auf die Toiletten rennen, wenn die Mitarbeiter von Mediabolo (Ticketservice) dies erlauben. Das wird immer recht individuell gehandhabt.

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